Die Geschichte des SC Victoria 1914 Templin beginnt mit dem Gründungstag am 5. April 1914 zum Fußballclub Victoria 1914 Templin.
Als Traditionsfarben wurde für die Spielkleidung blau-gelb gewählt.
Die Templiner Sportsfreunde hatten nur eine kurze Zeit die Möglichkeit, sich sportlich zu betätigen, denn schon am 2. August 1914 brach der erste Weltkrieg aus. Während des ersten Weltkrieges fanden keine Fußballspiele in Templin statt. Im November 1918 war es durch rege Sportarbeit möglich, wieder mit zwei Männermannschaften zu spielen. Gespielt wurde jetzt auf dem sehr unebenen und sandigen Gelände des jetzigen Ausweichplatzes.
Der Fußballclub Victoria 1914 trat im Jahre 1921 dem zuständigen Landesverband, dem Verband Brandenburgischer Ballspielvereine e.V. Berlin (kurz VBB) bei. Der VBB ist der Dachverband der in der damaligen Provinz Brandenburg und Groß-Berlin bestehenden Fußballvereine. Dadurch ergab sich die Möglichkeit, am geregelten Verbandsspielbetrieb teilzunehmen. Victoria Templin spielte im Sportbezirk Löwenberg.
Im Jahre 1922 erfolgte die Gründung des Templiner Sportvereins von 1922 (TSV), der sich ausschließlich der Leichtathletik widmet. Am 23. Februar 1923 vereinigten sich der FC Victoria 1914 und der TSV 1922 zum "Sport-Club Victoria 1914 Templin e.V."
Seitdem marschieren Fußballer und Leichtathleten Seite an Seite mit guten sportlichen Erfolgen. Nach dem Zusammenschluß der beiden Sportvereine entstand das Vereinslied "Wir sind Victorianer, kennt ihr unsere Banner".
Ein Höhepunkt in der Geschichte des SC Victoria 1914 war das Werbesportfest des Bezirkes Löwenberg im Verband Brandenburgischer Ballspielvereine am 4. Juli 1926 im Templiner Stadion.
Für die Victorianer war das Jahr 1928 besonders erfolgreich, denn man konnte die Hauptrunde um den Provinzpokal es Verbandes Brandenburgischer Ballspielvereine erreichen. Gegen den SC Wusterhausen (Dosse) wurde in Neuruppin mit 5:4 gewonnen, nachdem die Templiner zur Halbzeit mit 4:0 geführt hatten.
Der größte Erfolg war jedoch die Meisterschaft der I. Mannschaft im Spieljahr 1927/28 und der Aufstieg in die Berliner erste Klasse. Durch gute Sportarbeit konnte im Jahre 1926 eine Schüler- mannschaft aufgebaut werden, die ebenfalls am Punktespielbetrieb teilnahm. Erwähnenswert ist das spätere gute Abschneiden der Schülermannschaft in Freundschaftsspielen gegen den Berliner Meister "Hertha BSC". Auch gegen den Vizemeister "Tennis Borussia" wurde in Templin mit 4:2 gewonnen!
Im Jahre 1927 wurde eine 3. Männermannschaft gebildet, so daß der SC Victoria 3 Männermann- schaften, 2 Schülermannschaften und eine Jugendmannschaft im Spielbetrieb hatte.
Am 10. Juni 1923 fand unter großer Beteiligung der Einwohner aus Stadt und Land die feierliche Einweihung statt. Das Fußballspiel gegen den VfB Prenzlau gewannen die Gäste hoch mit 6:1 Toren. Leichtathleten und Fußballer traten hier erstmalig unter SC Victoria 1914 gemeinsam in Erscheinung.
Zur Einweihungsfeier des Templiner Stadions wird im Kreisblatt vom 10. Juli 1923 geschrieben (Auszug): Der Ursprung des Stadions: Als Vater des Gedankens kann sich mit Recht der frühere Fußballclub "Victoria" jetzt Sportclub Victoria bezeichnen, der wiederholt und dringend die Herrichtung eines Spielplatzes forderte der zwischen dem Stadion und der Eisenbahn lag und das Spielen infolge Flugsandes außerordentlich erschwerte. Die Anregung des genannten Vereins wurde von den anderen Templiner Turn- und Sportvereinen unterstützt und fanden williges Interesse bei den städtischen Behörden.
Auf der neuen Sportanlage wurden viele Freundschaftsspiele ausgetragen, denn Templin als bekannter Luftkurort, und als "Perle der Uckermark" bekannnt, war oft das Ausflugsziel von Berliner Fußballmannschaften.
Im sogenannten "Dritten Reich" endet die Geschichte des SC Victoria 1914 Templin, denn er wurde auf Veranlassung der Kreisleitung der NSDAP am 24.02.1936 aufgelöst und mit dem Männerturnverein von 1862 zum "Turn- und Sportverein von 1862 Templin" zusammengeschlos- sen.
Im Jahre 1939 brach der zweite Weltkrieg aus. Während der Kriegsjahre von 1939 bis 1945 kamen nur wenige Freundschaftspiele zur Austragung.