Am 4. Mai 1951 wurde die Betriebsportgemeinschaft Einheit Templin im "Haus Seebad" gegründet. Damit wird auch an die Geschichte des ehemaligen SC Victoria Templin erinnert, denn die erste Generalversammlung dieses Sportclubs fand im Jahre 1924 auch im "Haus Seebad" statt. Damit hatte auch die BSG Einheit Templin die traditionellen Sportarten dieses Sportclubs übernommen und gut weiter geführt.
Die Punktspielserie der Fußballer brachte für 1950/51 eine Neueinteilung der Bezirksklasse. Die Templiner spielten jetzt in der neu gebildeten Bezirksklasse Brandenburg Nord-Ost. Gespielt wurde mit zwei Männermannschaften und einer Jugendmannschaft. Trotz der weiten Fahrten und der schwierigen Beschaffung von Fahrzeugen war es für alle drei Mannschaften eine hervorragende Serie, denn beide Männermannschaften erreichten einen ausgezeichneten 2. Platz, während die Jugendmannschaft einen achtbaren 7. Platz in der Abschlußtabelle einnahm. Die I. Mannschaft blieb von 28 ausgetragenen Punktspielen in 22 Bewegungen hintereinander ungeschlagen.
Das Spieljahr 1951/52 brachte abermals eine Änderung in der Einteilung der Bezirksklasse. Die Bezirksklasse Brandenburg Nord-Ost wurde wegen der zu großen Entfernungen geteilt und die BSG Einheit Templin spielte wieder im alten Bezirk Eberswalde. Hier konnten die guten Ergebnisse des Vorjahres nicht wiederholt werden, da durch den Aufbau des Sports auf Gewerkschaftsbasis sich neue Betriebssportmannschaften in Templin gründeten, und einige Spieler abwanderten, weil sie nun in den betriebseigenen Sportgemeinschaften spielen mußten. Damit zersplitterte sich der Fußballsport in Templin und die Leistungen in den einzelnen Mannschaften ließen nach. So kam es, daß die 1. Fußballmannschaft der BSG Einheit Templin in Abstiegsgefahr geriet und sich erst im letzten Auswärtsspiel in Finowfurt mit 3:2 den Klassenerhalt sichern konnte.
In der Spielserie 1952/53 gab es wieder eine wesentliche Veränderung durch die Verwaltungsreform und der Neueinteilung der Bezirke und Kreise. Der Kreis Templin verlor die Stadt Zehdenick mit den umliegenden Dörfern. Der Restkreis wurde dem neugebildeten Bezirk Neubrandenburg eingegliedert. Infolge ihres schwachen Abschneidens im alten Sportbezirk Eberswalde wurde die BSG Einheit Templin der Bezirksklasse Neubrandenburg zugeteilt. In der neuen Umgebung fanden sich die Templiner echt gut zurecht, und wurden mit 38:6 Punkten Meister der Bezirksklasse und erreichten damit erstmalig den Aufstieg zur Bezirksliga Neubrandenburg. Die zweite Männermannschaft wurde nach dem letzten Punktspiel am 19. April 1953 gegen Traktor Lelkendorf ebenfalls Meister. Die Jugendmannschaft wurde in diesem Spieljahr ebenfalls Meister.
Im Spieljahr 1953/54 spielte Einheit Templin mit 4 Mannschaften auf der Bezirksebene. Die I. Mannschaft war nach der Neuformierung und als Bezirksneuling am erfolgreichsten. Am Ende der Saison stand Einheit Templin an zweiter Stelle. Ein Freundschaftsspiel in Greifswald gegen den dortigen DDR-Ligisten brachte trotz der knappen 3:2 Niederlage einen großen Achtungserfolg ein. Dochleider war mit diesem Freundschaftsspiel Wolfgang Großstück für uns verloren. Denn die Funktionäre der SV Einheit wurden auf Grund der guten Leistungen von Großstück auf ihn aufmerksam. So kam es nach langen Verhandlungen zu der Delegierung zum Sportclub Einheit Dresden! Mit der Delegierung sollte für Großstück eine erfolgreiche Fußballkarriere beginnen. Denn er war über Jahre bei der Oberligamannschaft von SC Einheit Dresden der Torwart Nr. 1. Mehrfache Einsätze in der Nationalmannschaft der DDR waren Beweise seiner Klasse.
Im Spieljahr 1954/55 lief es für die 1. Männermannschaft nicht mehr ganz so gut wie im Vorjahr, es wurde nur der 6. Tabellenplatz erreicht.. Die Leitung der BSG Einheit Templin beschloß einen hauptamlichen Trainer einzustellen, um das Spielniveau weiter anzuheben. Zunächst lief alles gut. Das Verhältnis zwischen Trainer und Spieler wurde immer gespannter. Schnelligkeit und Kondition, bisher die Stärke der "Einheit-Elf", waren nicht mehr vorhanden, es reichte aber dennoch zum 6. Tabellenplatz. Umso erfolgreicher verlief dieses Spieljahr für die Bezirksliga-Reserve, denn sie holte sich am Ende der Spielsaison den 1. Platz.
Schon wieder eine Neuerung im Fußball. Das Spieljahr wurde dem Kalenderjahr angepasst. Für den Rest des Jahres 1955 wurde eine Übergangsrunde ohne Auf- und Abstieg durchgeführt. Vom hauptamlichen Trainer wurde sich wieder getrennt.
Sorgenvoll ging es in die Spielserie 1956. Einige leistungsstarke Spieler standen nicht mehr zur Verfügung. Durch eine undisziplinierte Handlung eines Templiner Sportfreundes handelte sich die BSG Einheit Templin eine Platzsperre von 6 Wochen ein, so daß alle Spiele auswärts ausgetragen werden mußten. Der Abstieg aus der Bezirksliga Neubrandenburg war nicht mehr zu vermeiden.
Am Ende des Spieljahres 1957 reichte es nur zu einem 2. Platz, so daß der Wiederauf- stieg, der zu beginnt der Saison Ziel war, nicht erreicht wurde. Nur dadurch, daß die Be- zirksliga Neubrandenburg erweitert wurde und jetzt in zwei Staffeln spielte, kamen die 3 Erstplatzierten in die Bezirksliga.
Das ersehnte Ziel in der darauffolgenden Spielserie war nun der Klassenerhalt. Ein Höhepunkt dieser Spielserie war das FDGB Pokalspiel gegen die DDR Ligamannschaften von SC Motor Berlin, das mit 3:2 Toren verloren ging.
In 1958/59 und 1959/60 wurde die Bezirksliga zwar gehalten. aber immer erst am letzten Spielsonntag konnte dieses Ziel erreicht werden.
In den Jahren 1961 und 1962 gab es wieder zufriedenstellende Leistungen und auch die II. Mannschaft hatte in ihrer Klasse gute Erfolge zu verzeichnen.
1963/64: Die Angleichung an das Kalenderjahr hatte sich für den Fußballsport nicht bewährt und es wurde wieder im alten Turnus gespielt. Zum letzten Mal wurde in der Bezirksliga Neubrandenburg in zwei Staffeln gespielt. Dadurch mußte auch die Einheit Templin wieder in die Bezirksklasse absteigen.
Vom BSG Vorstand und der Sektionsleitung wurde in den folgenden Jahren alles versucht, den Wiederaufstieg zu schaffen. So entschloß man sich 1967, Verstärkung von der Garnison der RotenArmee in Vogelsang zu holen. Es kam zu der Vereinbarung, daß 5 leistungsstarke Spieler zur Verfügung gestellt werden. Die sowjetischen Spieler waren eine wesentliche Verstärkung. So wurde im Wettspieljahr 1967/68 der Staffelsieg in der Staffel II erkämpft.Im darauffolgenden Jahr wurden diese Beziehungen mit Vogelsang abgebrochen, da einige Spieler der ersten Mannschaft nicht mehr bereit waren, mit den Russen" zusammenzuspielen.
In der Spielserie 1970/71 wurde dann endlich der Wiederaufstieg in die Bezirksliga geschafft.
Das Spieljahr 1974/75 sollte für die Bezirksligamannschaft von Einheit Templin ein bitteres Ende nehmen. So konnte der Klassenerhalt besonders durch schwache Heimvorstellungen nicht gesichert werden.
Im Jahr des Abstiegs wurde mit der Rekonstruktion des Templiner Stadions begonnen. Die Fußballer der BSG Einheit Templin leisteten mit mehreren hundert Stunden ihren aktiven Beitrag zum Gelingen der Rekonstruktion.
Im Spieljahr 1976/77 lautete die Zielstellung nicht mehr Wiederaufstieg, sonder das Erreichen eines Spitzenplatzes in der Staffel II der Bezirksklasse Neubrandenburg.
Am 17.6.77 war es soweit. Anläßlich der 23. Kreiskinder- und Jugendspartakiade wurde das rekonstruierte Stadion den Sportlern übergeben.
Im Spieljahr 1977/78 wurde nach durchschnittlichen Leistungen der 4. Tabellenplatz erreicht.
Am 18. September 1978 sollte Templin einen seiner größten sportlichen Höhepunkte erleben. Die rührige Arbeit des Kreisvorstandes Fußball Templin und der Sektionsleitung unserer BSG würdigte der Bezirksfachausschuss Fußball Neubrandenburg mit der Vergabe des Nachwuchsländerspiels nach Templin.
Zielsetzung für das Spieljahr 1978/79 für die I. Mannschaft war eine Platzierung unter den ersten drei. Am Ender der Punktspielserie reichte es nur zu einem 4. Tabellenplatz.
1979/80 wurde souverrän der Staffelsieg errungen.
Für den Aufsteiger in die Bezirksliga konnte die Zielsetzung für das Spieljahr 1980/81 vorerst nur lauten, den Klassenerhalt zu sichern, der auch erreicht wurde.
Im FDGB Pokalwettbewerb sollter in der Saison 1982/83 zu dem bisher größten Erfolg kommen. Man stand im Endspiel gegen den frisch gebackenen Bezirksmeister Baumechanik Neubrandenburg. Einheit Templin wurde mit einem 2:1 Sieg erstmals in der Templiner Fußballgeschichte Bezirkspokalsieger.
Am 13.11.1985 gab es in Templin einen weiteren Höhepunkt im Fußball. Die Juniorenmannschaften (U17) der DDR und Niederlande standen sich zum freundschaftlichen Vergleich gegenüber.
In den Spieljahren 1987/88 und 1988/89 war ein Leistungsabfall der I. Männermannschaft zu verzeichnen. So wurde der Abstieg unvermeidbar, der allerdings erst im letzten Auswärtsspiel in waren perfekt wurde.
Im Jahr 1989/90 sollte sich der erhoffte Wiederaufstieg einstellen, sowohl für die I. Mannschaft als auch für die II. Mannschaft. Die I. Mannschaft stellte einen einmaligen Rekord im Bezirk Neubrandenburg auf, denn im gesamten Wettspieljahr wurde nicht ein einziger Punkt abgegeben. Man wurde somit unangefochtener Sieger der Bezirksklasse. Der Pokalwettbewerb wurde erneut zu einem Erfolg. Man stand am 6. Juni 1990 in Neustrelitz gegen Motor Süd Neubrandenburg, Bezirksmeister der Bezirksliga, im Finale. Der spannende Kampf endete nach Verlängerung mit 2:1 für Einheit Templin.